MARL 300 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen aus Marl waren am Mittwoch in der Martin­Luther­King­ Schule beim Antirassismustag mit Feuereifer bei der Sache. Unter dem Motto „Trau dich! – aufeinander zugehen“ gab es hier statt Unterricht eine Fülle gemeinsamer Aktionen. 

Förderschüler hocken zusammen mit Gymnasiasten an der Werkbank, Haupt­, Real­ und Gesamtschüler schöpfen Recyclingpapier aus alten Zeitungsschnipseln, Jungen und Mädchen üben einen Straßenbesen­Tanz, für den die berühmte Bühnentruppe Stomp das Vorbild liefert. Aufeinander zugehen, das heißt, jeden so anzunehmen, wie er ist. Dazu soll dieser Tag einen Anstoß geben. Zum 21. Mal findet der Antirassismustag in Marl statt. Die Idee entstand nach den Ausschreitungen gegen ein Wohnheim für Asylbewerber in Rostock­Lichtenhagen im Jahr 1992.

Sylvia Dobala, Lehrerin an der MLK, organisiert die Großveranstaltung für Marler Kinder seit vielen Jahren zusammen mit ihrem Kollegen Klaus­Dieter Heinen, der inzwischen pensioniert ist, aber immer noch mit Leidenschaft am Projekttag mitarbeitet. „Weil es zwar anstrengend, aber auch immer wieder schön ist“, sagt die Pädagogin lächelnd. Hinter allen Türen der MLK wird mit Hochdruck gearbeitet

Es gibt Sport­, Kunst­ und Musikangebote. Auf dem Programm steht gemeinsam tanzen, kochen oder Papier schöpfen und vieles mehr. 

Mehr als 150 türkische Teigtaschen haben Jasmin (12), Jara (12) und Sofie (11) schon geknetet und mit Hackfleisch belegt. In der Küche nebenan werden französische Thunfisch­Häppchen hergestellt. Mona Lihedheb vom Verein Friedensweg zeigt, wie es geht. Sie erklärt, was die französische Küche mit arabischen Ländern zu tun hat: „Viele waren früher unter französischer Herrschaft.“

Die Kinder zeigen nicht nur in der Martin­Luther­King­Schule vollen Einsatz. Eine Arbeitsgruppe ist unterwegs zu Marler Seniorenheimen, um dort an Bewohner und Mitarbeiter fair gehandelte Blumen zu verschenken. „Höhen und Tiefen“ ist das Thema des Teams, das mit der städtischen Integrationsbeauftragten Jennifer Radschein und Hartmut Dreier Rathaustürme und Moschee­ Minarett erkunden.

Eine tolle Bühnenshow zeigt am Ende des Aktionstages, was herauskommen kann, wenn man sich traut aufeinander zuzugehen. Danach wird das Buffet geplündert. 

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