Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit sind Begriffe, für die der Friedensnobelpreisträger Martin Luther King steht, dessen Namen in Marl eine Gesamtschule trägt. Deren Schülerinnen und Schüler sorgten für die Höhepunkte des Neujahrsempfangs der SPD. Ihre musikalisch vorgetragenen Bekenntnisse gegen jede Form von Rassismus und Unterdrückung wurden frenetisch gefeiert.

Es war ein Sonntagvormittag im Rathaus ganz für die Seele der Marler Sozialdemokraten. Mit dem Gastredner, dem Bundesvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, hatten Stadtverbandsvorsitzender Michael Groß und Fraktionsvorsitzender Peter Wenzel die Brücke zu einem Thema geschlagen, das seit einem Jahr die Gesellschaft bewegt – aber auch zunehmend spaltet. Das Flüchtlingsthema sei eine Nagelprobe für Demokratie Rechtsstaat und den Begriff Solidarität, für den SPD und AWO seit jeher stehen, betonte Schmidt. Die Arbeiterwohlfahrt habe im Haupt- wie im Ehrenamt jahrzehntelange Erfahrung mit Integration. Schmidt: „Wer außer uns kann die Herausforderung annehmen, die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, zu integrieren?“

Schmidt appellierte an die Politik, den Rechtsstaat und damit auch die Rechte von Frauen zu schützen, aber auch jede Form von Diskriminierung und Verfolgung nicht zuzulassen und konsequent rechten Parolen entgegen zu treten. Die AWO stehe an der Seite der Städte, betonte Schmidt. Diese müssten nicht nur „die Willkommenskultur organisieren“, sondern jetzt auch die Rahmenbedingungen für die Integration der Flüchtlinge zu schaffen, die bleiben wollen. Das koste Geld – mehr als bisher für die Flüchtlingsarbeit bereit steht.

Lange Erfahrung mit Integration

An die Adresse der Sozialdemokraten und der Mitglieder der AWO in Marl richtete Schmidt den dringenden Appell, „den Menschen zu zeigen, dass wir uns kümmern“. Probleme wie die zunehmende Armut, Bildungsferne aber auch die Überalterung der Gesellschaft dürfe die Politik „nicht kalt lassen“. Ein Thema, das seit vielen Jahren vernachlässigt worden sei und nicht nur den Flüchtlingen zugutekommen dürfe, seien Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. Es gehe um preiswerten Wohnraum für alle und vor allem auch um altersgerechte Wohnungen.

Von Marl wisse er, es sei eine lebendige Stadt und die AWO sei hier gut aufgestellt, lobte Schmidt. In seinem Grußwort hatte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Wenzel dieses Lob bereits verteilt: Er sei stolz darauf, dass in Marl Menschen lebten, denen der Begriff Solidarität etwas bedeutet, „denen egal ist, wo wer herkommt“ und die die Menschen, die Hilfe brauchen, nicht alleine lassen. „Ihr leistet Großartiges“, lobte Wenzel die vielen Ehrenamtler und das nicht nur bei der AWO. SPD-Ratsfrau Bettina Hartmann blieb es zum Schluss, die Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer besonders herauszustellen. Hartmann: „Die SPD sagt Danke!“

Der Text ist im Original erschienen unter: https://www.marler-zeitung.de/staedte/marl/45770-Marl~/SPD-Neujahrsempfang-Solidaritaet-ist-mehr-als-ein-Wort;art996,1715344#fehler