Die Martin-Luther-King-Gesamtschule (MLKS) und die Volksbank Marl-Recklinghausen sind seit gestern offiziell Kooperationspartner im IHK-Projekt „Partnerschaft Schule-Betrieb“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen. Ein entsprechender Vertrag wurde am Freitagmorgen unterzeichnet. Hauptziel des Projekts ist es, den Schülern bei der Berufsorientierung und den Unternehmen bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses zu helfen.

„Viele Jugendliche haben nur ungenaue Vorstellungen von einer betrieblichen Ausbildung und den guten Karrierechancen, die sie ihnen bietet“, erklärte IHK-Projektleiterin Alexandra Bernhardt-Kroke. Unternehmen wie die Volksbank seien geeignet, „den Schülern die Vielfalt und Zusammenhänge im Wirtschaftsleben und auch der Arbeitswelt zu zeigen, mit ihren Möglichkeiten, aber auch mit ihren Anforderungen“, so die Projektleiterin weiter. 

Für die Zukunft sieht es so aus, dass die Schüler der MLKS ihr Betriebspraktikum bei der Volksbank absolvieren können. Das konnten sie zwar vorher auch schon, aber durch den Kooperationsvertrag sei die Zusammenarbeit jetzt noch enger. Das konnte auch Willi Echterhoff, verantwortlich für die Berufsorientierung an der MLKS, bestätigen: „Es gibt solch einen Vertrag auch mit Kaufland und Lidl. Durch die Kooperation ist es nun einfacher, die Schüler für die Berufsorientierung in der Klasse 8 für drei Tage in den Betrieben unterzubringen.“ Für so einen kurzen Zeitraum sei dies früher schwieriger gewesen, so der Lehrer. „Das IHK-Projekt bietet unseren Schülern, aber auch den Lehrern die Chance, Betriebe kennenzulernen und sich für Ausbildungsberufe und die Wirtschaft nachhaltig zu begeistern“, betonte Schulleiterin Brigitte Parras während der Vertragsunterzeichnung. Im Alltag träten immer komplexere wirtschaftliche Sachverhalte auf, sodass ökonomische Bildung in allen Lebensbereichen unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung geworden sei. 

Bei „Partnerschaft Schule-Betrieb“ gehe es aber nicht nur um die Berufsorientierung, unterstrich Bernhardt-Kroke. Mit dem Projekt wolle die IHK die Unternehmen auch bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses unterstützen: „Der Schlüssel zum Erfolg ist das persönliche Kennenlernen. Die Schüler können ihre Interessen erkennen und das Unternehmen Talente finden, die es zu fördern lohnt, auch wenn das Zeugnis auf den ersten Blick etwas anderes sagt.“ 

Aus Sicht der Volksbank sei dies aufgrund der sinkenden Schülerzahlen in NRW dringend nötig. „Um unser Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln, müssen wir offensiv auf die jungen Leute zugehen“, sagte Personalleiter Tim Weuster.

Der Artikel wurde im Original verfasst von Johannes Nuss und erschien in der Marler Zeitung vom 14.01.2017.