Die Martin-Luther-King-Schule und Marler Sportvereine ziehen eine positive Bilanz der ersten zwei Jahre

„Das Konzept der Sportklasse ist toll angelaufen und sollte auf jeden Fall weitergeführt werden“, stellte  Horst Andes vom Marler Basketballverein gleich zu Beginn eines Treffens der beteiligten Sportlehrer und Sportvereine fest. Darin waren sich letztlich alle Verantwortlichen einig.

Vor zwei Jahren wurde die erste Sportprofilklasse an der Martin-Luther-King-Schule eingerichtet. Bereits für die Pilotklasse gab es mehr Anmeldungen als Plätze. Interessierte Kinder können hier ihrer Sportleidenschaft nachgehen. Sie haben in jedem Schuljahr zwei zusätzliche Sportstunden. 

In den ersten zwei Jahren haben sich insgesamt acht Marler Sportvereine in der Sportklasse engagiert. Sie haben in den  zusätzlichen Sportstunden jeweils für ein halbes Jahr ihre Sportart vorgestellt und mit erfahrenen Übungsleitern einen Teil des Sportunterrichtes übernommen. Jetzt gab es ein Treffen der Vereine und Lehrer in der Martin-Luther-King-Schule. In gemütlicher Atmosphäre – die Kinder hatten Kuchen gebacken und versorgten die Vereinsvertreter mit Kaffee und Getränken – ging es darum, Erfahrungen auszutauschen, Anregungen entgegen zu nehmen und das nächste Schuljahr  zu planen. Am Ende der Klasse 6 müssen die Schüler sich entscheiden, welche Sportart sie in einem Verein weiterführen möchten. „Die ersten zwei Jahre gelten als  Orientierungszeit, unser Ziel ist es, dass sich daraus eine Vereinsmitgliedschaft ergibt. Wir hoffen natürlich, dass die Schüler so  auch ein längerfristiges sportliches Interesse entwickeln“ erläutert Klassen- und Sportlehrer Norbert Keller das Konzept.  Die Sportvereine haben diese Idee von Anfang an unterstützt. „Die Ganztagsschulen sind der schleichende Tod der Vereine. Durch die Ganztagsbetreuung haben die Vereine heute Nachwuchsmangel. Wir glauben, dass dies Konzept eine gute Möglichkeit bietet, die Kinder für die Sportvereine zu interessieren, deshalb haben wir sofort unsere Unterstützung zugesagt“, ergänzt  Horst Andes. „Im Prinzip haben alle angesprochenen Vereine sofort Interesse bekundet. Dennoch kommt es nicht immer zu einer Mitarbeit der Vereine. Sie haben Schwierigkeiten, zu den Unterrichtszeiten der Sportklasse, die im Nachmittagsbereich liegen, Übungsleiter zu finden“, spricht Willi Echterhoff, der den Kontakt zu den Vereinen hält, ein zentrales Problem an.  

Die ersten zwei Jahre waren ein Erfolg. Die Übungsleiter der Vereine sind mit der auch für sie neuen Situation gut zu recht gekommen. „Gerade als Fünftklässler waren die Schüler anfangs manchmal unruhig und mussten sich auf diese ungewohnte Unterrichtssituation einstellen. Aber wir waren als Übungsleiter nicht alleine und wurden gut von den Sportlehrern unterstützt“,  so Gaby Thirring von der Hockeyabteilung des VfB Hüls. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert. Einige Vereine haben direkt in der nächsten Sportklasse weitergemacht und waren damit für ein Jahr in den Sportklassen aktiv. „Horst Andes von den Basketballern gehört schon fast zum Kollegium“, stellt Norbert Keller fest, „er begleitet die Schulmannschaft, hat eine AG in der Mittagsfreizeit übernommen und ist auch bei der Basketball-Streetball-Night immer aktiv dabei“. 

Probleme bereitet auch die Bezahlung der Übungsleiter. Im Schuletat sind dafür keine Gelder vorgesehen. Die ursprüngliche Hoffnung, dass Krankenkassen, Sportgeschäfte und Fitnessstudios als Sponsoren gewonnen werden können, hat sich kaum bestätigt. „Wir profitieren noch von einer größeren Spende des Bekleidungshauses C&A. Auch Infracor und  die Volksbank  Marl  haben uns dankenswerter Weise mit einem namhaften Betrag unterstützt. Wir sind aber weiterhin auf der Suche nach Förderern und hoffen, dass es gelingt, den finanziellen Bedarf langfristig zu decken“, stellt Brigitte Parras, die Schulleiterin, dazu fest. Sie bedankte sich persönlich  bei den Vereinen für die Mitarbeit und das gezeigte Engagement.

Unabhängig von den Finanzierungsschwierigkeiten sprachen sich alle Teilnehmer des Treffens für eine Fortführung der Sportprofilklassen aus und sagten ihre aktive Unterstützung zu. Auch die Eltern und Schüler der ersten zwei Klassen hatten in einer Befragung ausgesprochen positive Rückmeldungen  gegeben. Mit diesem Rückenwind kann  die dritte Sportprofilklasse gestärkt ins  neue Schuljahr starten.


Diese Sportvereine haben bei den ersten zwei Klassen mitgemacht und somit das Sportprofil ermöglicht:

  • Marler Basketball Club
  • Judo und Budo Verein Marl
  • Turnabteilung der Ski-Zunft Marl
  • Hockey-Abteilung des VfB Hüls
  • Tischtennisabteilung des TSV Marl-Hüls
  • Schwimmabteilung des VfL Hüls
  • Baseballer des American Sportsclub
  • Cheerleader der Stunt and Dance Company
  • Handballabteilung des VfL Hüls

Außerdem dabei sind:

  • Rope-Skipper des DJK-Lenkerbeck