Eine Zeder als Zeichen des Friedens!
Rund 300 Sechstklässler nahmen teil am 18. Begegnungsfest zum Antirassismustag. ,,Zukunft säen'' lautete das Thema.
Marl. Eine Idee wurde erwachsen: Zum bereits 18. Mal veranstaltete die Martin-Luther-King-Gesamtschule gestern morgen das alljährliche Begegnungsfest...

...zum Antirassisnnistag der Vereinten Nationen, und rund 300 Sechstklässler von allen weiterführenden Marler Schulen säten aus diesem Anlass: Zukunft.


Sie pflanzten kleine Bäume auf der Halde Brinkfortsheide, setzten Setzlinge in Tontöpfe, spielten miteinander, weil „Spielen verbindet", falteten ihre Zukunft aus Papier oder frühstückten zusammen getreu dem Motto ,,Man is(s)t zusammen'': In mehr als 20 Arbeitsgruppen setzten sich die jungen Teilnehmer am Begegnungsfest mit dem Thema „Zukunft säen" auseinander.

Höhepunkt der Veranstaltung war dabei das Pflanzen eines „Abrahams-Baumes" auf dem Schulgelände in Nähe des „Gartens der Kulturen". Die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft (CIAG) Marl, traditionell einer der Mitveranstalter, hatte die zehn Jahre alte Libanon-Zeder, die über 1000 Jahre alt werden kann und als Symbol des Friedens gilt, eigens fürs Fest gespendet. Der erste „Abrahams-Baum" in Marl war im September 2007 nahe des Rathauses gepflanzt worden, ebenfalls auf Initiative der CIAG Marl. Brigitte Parras, Leiterin der Martin-Luther-King-Schule, zog nach der fünfstündigen Veranstaltung gestern Mittag ein rundum positives Fazit. Die Schüler hätten beim Begegnungsfest zahlreiche Zeichen gesetzt, ,,dass wir alle eine Zukunft haben''. Zudem sei es einmal mehr gelungen, die Idee dieses Festes mit Leben zu füllen: Einander fremde Kinder sollen zusammen etwas Attraktives erleben. Hierin sehen die Organisatoren einen Beitrag, um Gewalt und Rassismus entgegen zu wirken, deren Ursachen oft Angst vor Fremdsein und Mangel an Gemeinsamkeit sind.

Fortsetzung folgt? Nun, auch wenn die Stadt ihren jährlichen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro inzwischen eingestellt hat, so soll es auch 2013 ein Begegnungsfest geben, betonte Brigitte Parras. Man hoffe dabei, dass sich ausreichend Spender finden, die die Veranstaltung unterstützen. Denn, so Parras:,,So eine Veranstaltung kann man doch nicht sterben lassen!''
Sabine Kruse in der WAZ vom 22.3.2012


Kinder säen Zukunft

320 Schülerinnen und Schüler nehmen am Antirassismustag in der Martin-Luther-King-Schule teil

Marl. Das Beste kam zum Schluss. Ein kleiner Abrahamsbaum - eine Libanon-Zeder- ziert jetzt den Garten der Martin-Luther-King-Schule.

Gepflanzt wurde sie von einer großen Gemeinschaft - den Schülerinnen und .Schülern, die gestern am, traditionellen Antirassismustag teilgenommen haben. 320 Mädchen und Jungen aus den Klassen der Marler Schulen waren gekommen, um gemeinsam einen spannenden Vormittag zu erleben. Spannend deshalb, weil die Gruppen, die ain Tages-Therna „Zukunft säen" arbeiteten, ganz unterschiedlich zusammengesetzt waren. Da kochten Gesamtschüler neben Gymnasiasten, dort werkelten Förder- neben Realschülern, wieder anderswo kickten Jungs und Mädchen gemeinsam in einer Mannschaft.,,Ich war ganz schön aufgeregt, als ich hierhin kam'', sagte Julia (11) vom Gymnasium im Loekamp. Doch ihre Spannung löste sich schnell. ,,Ich habe hier zwei neue Freundinnen gefunden'', sagte sie zwei Stunden später.

,,Ziel erreicht'', sagte deshalb auch Klaus-Dieter Hein vom Organisatoren-Team.,,Der Antirassismustag soll bei der Erfahrung helfen, mutig zu sein, aufeinander zuzugehen und andere so zu akzeptieren, wie sie sind.'' Was die Kinder in den vielen, vielen Arbeitsgruppen dann auch taten.

Die AG-Angebote waren ganz unterschiedlicher Natur. Da wurden Plakate mit Blumen und Bäumen bemalt, miteinander gerungen oder gegeneinander Badminton gespielt, getrommelt, Papier gefaltet und, und, und.

Zum Abschluss ließen es sich Kinder und Organisatoren am leckeren Büfett schmecken, das übrigens auch in den AGs vorbereitet wurde. Es gab türkische Pizza, Weizengrützensalat, mit Käse gefüllte Teigtaschen und Marienkäferbrote.

INFO Der Antirassismustag findet in Zusammenarbeit mit der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft, dem Marler Weltzentrum, der Stadt und den Schulen statt.
Claus Pawlinka in der Marler Zeitung vom 22. 3. 2012