Londonfahrt 2017

Es ist eine Tradition an der MLKS: die Londonfahrt in Jahrgang 9. Auch im Schuljahr 2016 / 2017 reisten ganze 50 Schüler und Lehrer in die Weltmetropole auf der verregneten Insel. Es gab viel zu sehen, und sogar eine heikle Situation.

Wer nicht wusste, was geplant war, der wunderte sich bestimmt, als sich an einem Freitagabend gegen 22 Uhr viele junge Leute vor dem Neubau der Martin-Luther-King-Schule versammelten. Ihre Aufregung sah man ihnen an, mit ihrem Gepäck auf dem Rücken, den Papieren und Smartphones in der Hand, tauschten sie sich mit Freunden und Eltern aus, die zur Verabschiedung gekommen waren. Dann fuhr auch schon der Reisebus vor, der eigens für die Schüler der MLKS reserviert worden war. Die zehnstündige Busreise verlief über das französische Calais mit einer Fähr-Überfahrt nach Dover und von da aus direkt in das Herz Londons. Wegen der großen Vorfreude hatte kaum jemand bei der Fahrt schlafen können.

Die Marler Schülerinnen und Schüler wurden vom freundlichen Busfahrer in unmittelbarer Nähe zum Tower of London abgesetzt, ein monumentales Bauwerk, dass früher Palast, Gefängnis und Burg war und heute als Museum genutzt wird. Man kann darin die kostbaren Kronjuwelen des britischen Königshauses besichtigen. Nach der Ankunft wurden erst einmal Tagestickets für den Londoner ÖPNV gekauft. Diese day travelcards waren für die MLKS-Gruppe sinnvoll, da man mit ihnen innerhalb einer bestimmten Zone beliebig oft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in London fahren kann. Hierzu gehören die berühmten roten double-deckers, sowie die Tube, Londons U-Bahn-Netz, das schon über 150 Jahre alt ist!

Die Schülerinnen und Schüler staunten nicht schlecht, als sie an der Themse entlangliefen und dabei die berühmteste Brücke Großbritanniens sahen: die Tower Bridge, eine blau bemalte und über 240m lange Hänge- und Klappbrücke, die über den Fluss führt. Obwohl es noch sehr früh am Morgen war, hatten sich die Straßen bereits mit vielen Touristen, eilenden Geschäftsleuten, dem einen oder anderen Jogger und schwarzen Taxis gefüllt. London machte seinem Ruf als busy city alle Ehre!

Die Gruppe lief weiter in das Stadtinnere zu einem Einkaufszentrum, auf dessen Dach ein schöner Ausblick auf die St. Paul’s Cathedral möglich war. Natürlich wurden viele Fotos gemacht, und die Schüler, die größtenteils zum ersten Mal hier waren, sahen sich zwischen Bauwerken und Sehenswürdigkeiten, die sie bislang nur in Filmen und im Unterricht gesehen hatten.

Dann endlich war es soweit: Die Schülerinnen und Schüler betraten zum ersten Mal die Tube, die teilweise hunderte Meter tief unter den belebten Straßen Londons verläuft. Gigantische Rolltreppen führen tausende Menschen hinunter, die Untergrundzüge rasen durch die Tunnel, Luftzüge schießen einem ins Gesicht. Natürlich war es eng und voll, sodass die Gruppe gut aufpassen musste, sich nicht aus den Augen zu verlieren. Die Marler Schülerinnen und Schüler fuhren zum Stadtteil Westminster und befanden sich nun vor dem riesigen Elizabeth Tower. Besser ist dieser Turm als Big Ben bekannt, wobei damit korrekterweise nur die Glocke im inneren des Turms bezeichnet wird. Nebenan befinden sich die Houses of Parliament, historische Gebäude, in denen sich das britische Parlament, d.h. die gewählten Politiker, treffen und wichtige politische Entscheidungen fällen. Dies ist vergleichbar mit dem deutschen Bundestag in Berlin. Auch das nahegelegene London Eye beeindruckte mit seiner Größe.

Zwar ist London generell sehr teuer, was die Einkaufspreise für Essen, Trinken und Kleidung angeht, jedoch findet man auch viele kostenlose Angebote und Beschäftigungsmöglichkeiten. Natürlich durften die Schülerinnen und Schüler schließlich auch in Kleingruppen frei durch die Straßen Londons laufen. Hierzu hatten sie mehrere Stunden Zeit und verbrachten diese auf der berühmten Oxford Street, einer der größten Einkaufsstraßen der Welt und in den umliegenden Straßen und Gassen, in Pubs oder in einem der gepflegten Stadtgärten Londons.

Heikel wurde es, als eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern aufgrund einer großen Parade nicht mehr zum Treffpunkt am Piccadilly Circus zur vereinbarten Zeit durchkam. Frau Möllers fand aber schließlich einen Weg durch die Unterführungen der Tube, sodass die Schüler wieder sicher zu der Gruppe fanden. Hier zeigte sich, wie wichtig eine gute Absprache und die Erreichbarkeit über die Mobiltelefone war. Denn Schüler und Lehrer hatten vorher alle wichtigen Absprachen schriftlich festgehalten und Mobilnummern ausgetauscht.

Was natürlich nicht fehlen durfte, war der Besuch des Buckingham Palace, dessen Vorplatz an diesem Tag glücklicherweise nicht zu überfüllt war, sodass man einen recht guten Blick auf den Palasteingang und die Queen's Guards mit ihren typischen roten Uniformen und den schwarzen Mützen bekam. Von da aus ging es schließlich zum Entspannen und Eis essen in den nahegelegenen St. James‘s Park.

Obwohl der Tagesauflug für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer schön war, zeigten sich am Abend dann doch alle eher glücklich, als sie erschöpft und mit schmerzenden Füßen den Bus betreten durften. Während die Hinreise nach London so lebhaft gewesen war und niemand ein Auge zu bekommen hatte, schlummerten die Reisenden nun vor sich hin und waren sehr froh, als sie frühmorgens wieder in Marl angekommen. Man kann sich denken, dass die meisten ihren Sonntag schließlich mit einem guten Schlaf und einem späten Frühstück verbachten.

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