Das Schmetterlingsprojekt 

Gedenkstättenarbeit der Martin-Luther-King-Schule 

 

 

Hallo liebe Leser*innen, 

Sie stehen vermutlich gerade vor unserer Ausstellung und interessieren sich für unser Schmetterlingsprojekt?! Wir freuen uns, dass Sie sich diesen Moment Zeit nehmen, um sich über das Anliegen der Ausstellung zu informieren. Hier kurz einige Hinweise, die zum Verständnis der Ausstellung hilfreich sind! 

Die Gedenkstättenarbeit ist fester Bestandteil des Schulprogrammes der Martin-Luther-King-Schule. Alle zwei Jahre findet eine Gedenkstättenfahrt statt, die für Schüler*innen der Jahrgangsstufen 10 und 11 angeboten wird. Die letzten Fahrten haben das Konzentrationslager in Auschwitz zum Ziel gehabt. Bei unserer Fahrt im Jahre 2019 haben wir uns insbesondere mit dem Schicksal der Kinder im Nationalsozialismus befasst. 

Bereits im Vorfeld der Fahrt haben wir uns im Rahmen eines Projekttages über das Schmetterlingsprojekt der „Jewish Academy San Diego“ informiert. Das „Butterfly Project“ hat sich zum Ziel gesetzt, für jedes durch die nationalsozialistische Schreckensherrschaft getötete Kind einen Schmetterling als Symbol des Erinnerns und der Hoffnung zu gestalten. Lesen Sie hier gerne mehr dazu: www.thebutterflyprojectnow.org. Für jeden Schmetterling steht eine Kinderbiografie, mit der die Schüler*innen sich auseinander gesetzt haben. Die Beteiligung am Projekt soll Empathie und soziales Verantwortungsbewusstsein wecken. Insgesamt 33 Biografien wurden näher betrachtet. In Auschwitz haben die Teilnehmer*innen darüber hinaus einen besonderen Schwerpunkt bei der Recherche auf das Schicksal der Marler Kinder gelegt. 

Unmittelbar nach der Gedenkstättenfahrt haben die Fahrtteilnehmer*innen im Rahmen einer Projektwoche ihre Erfahrungen ausgewertet, die Biografien aufgearbeitet und mit den Schmetterlingen eine Ausstellung in der Schule als Abschlusspräsentation gestaltet. Diese erfolgte am Ende der Projektwoche für alle Klassen der Jahrgangsstufe 10. 

Anschließend wurde dann auch den anderen Schulklassen die Ausstellung gezeigt. Sie wurde als Wanderausstellung konzipiert. Vom 21. Januar bis 10. Februar 2020 war sie auch im Marler Weltzentrum zu sehen. 

 


 

Hier im Eingangsbereich hat die Ausstellung nun ihren festen Platz an der Martin-Luther-King-Schule gefunden!

Nachfolgend können Sie sich über die Biografien der Marler Kinder sowie der 33 Kinder, mit denen die Schüler*innen sich befasst haben, informieren.

 

Pia & Heinz Korn

paiundheinzKorn

Pia Korn wurde am 10.10.1931 in Lodz (Polen) geboren. Ihr Bruder Heinz wurde am 12.02.1936 in Dorsten geboren, da es in Marl zu dieser Zeit keine Krankenhäuser gab. Ihr Vater Paisach Korn wurde am 17.10.1897 in Kolo (Polen) geboren. Er war Uhrmacher in Brassert und hatte sein Geschäft auf der Bonifatiusstraße 9, die damals Straße der SA hieß. Ihre Mutter Rosa Korn, geborene Janowski, wurde am 24.05.1900 in Lodz (Polen) geboren, sie war von Beruf Buchhalterin. Die Familie Korn ist 1931 nach Marl gekommen. 

Am 09.11.1938 wurde in der Progromnacht das Geschäft von Paisach Korn in Flammen gesetzt. Die Familie floh in der Nacht vom 09.11./ 10.11.1938 aus Marl. Ab dem 16.11.1938 wohnte die Familie in Antwerpen. Am 31.10.1942 wurde die Familie Korn von Melines (Belgien) aus mit den Transporten 16 und 17 nach Auschwitz deportiert. Die Familie Korn erhielt die Nummern  925-928. In diesen Transporten waren insgesamt 1696 Juden darunter 72 Jungen und 65 Mädchen. Als die Transporte 16 und 17 am 03.11.1942 in Auschwitz ankamen, erhielten 702 Männer und 75 Frauen Nummern. Sie wurden registriert und durften eine Zeit lang weiter leben. Die anderen 919 darunter auch Familie Korn wurden in den Gaskammern des KZ Auschwitz umgebracht. Heinz Korn wurde 6 Jahre alt, Pia Korn wurde 11 Jahre alt, Rosa Korn wurde 42 Jahre alt und Paisach Korn wurde 45 Jahre alt.

 

Norbert Abrahamsohn

 Norbert

Norbert Abrahamsohn wurde am 05.08.1933 in Marl geboren. Seine Familie war jüdischer Abstammung. Er hatte drei Geschwister und lebte mit ihnen und seinen beiden Eltern auf der Loestraße 26 in Marl. Sein Vater Arthur Abrahamsohn war Kaufmann und hatte ein Textilgeschäft in Marl. Seine Mutter Else Abrahamsohn war einfache Hausfrau. Das erste Kind der Familie, Ludwig Abrahamsohn, ist im Jahre 1921 geboren und drei Jahre später im Jahre 1924 gestorben. Nach der Progromnacht 1938 zog die Familie von Marl nach Recklinghausen. Am 01.06.1939 wohnte die Familie in einem Ghettohaus in der Paulusstraße 6 in Recklinghausen und ab dem 02.03.1940 in einem Haus in der Hubertusstraße 2 in Recklinghausen.

In diesem Jahr ist Norbert Abrahamsohn an den Folgen der Infektionskrankheit Diphterie gestorben. Er starb an einer Krankheit, die eigentlich nicht tödlich ist, weil die Nazis den Ärzten verboten hatten, jüdische Menschen ärztlich zu versorgen.

Hans Abrahamsohn, der im Jahre 1922 geboren worden war, ist am 05.07.1939 zusammen mit seinem Vater nach Belgien geflohen. Nach Einzug der Nazis in Belgien wurden sie verhaftet und am 11.08.1942 von Mechelen nach Auschwitz deportiert und dort nach ihrer Ankunft in der Gaskammer umgebracht. Seine Mutter Else Abrahamsohn wurde mit seinem Bruder Rolf Abrahamsohn, der im Jahre 1925 geboren wurde, im KZ Lager Kaiserwald in Riga gefangen gehalten. Seine Mutter ist im Jahre 1944 in diesem Lager gestorben, sein Bruder Rolf Abrahamsohn wurde 1945 befreit. Er lebt bis heute und ist stolze 94 Jahre alt. Er hat in den letzten Jahrzehnten vielen Schülerinnen und Schülern als Zeitzeuge von den grausamen Taten der Nationalsozialisten erzählt.

 

Bronislaw Honig

honig

Bronislaw, der Sohn von Rose und David Honig, ist am 8 Oktober 1935 in Krakau, Polen, geboren. Sein Vater war Verkäufer in einem Haushaltswarengeschäft. Seine Mutter war Schneiderin. Zuhause passte seine Oma auf ihn auf. Die Stadt in der er lebte, wurde am 6 September 1939 von den Nazis überfallen. Zu dem Zeitpunkt war er vier Jahre alt. Jüdisches Eigentum wurde gestohlen und Synagogen wurden niedergebrannt. Für 40000 jüdische Menschen wurde ein Ghetto eingerichtet. Bronislaws Eltern wurden im Januar 1943 nach Plaszow geschickt. Die Eltern organisierten eine Unterkunft bei einem jüdischen Polizisten. Als sich das Ghetto auflöste, schmuggelte der Vater Bronislaw versteckt in einem Koffer zwischen Kleidungsstücken zurück nach Plaszow. Als Bronislaw später versuchte, in dem Rucksack einer Frau weiter zu flüchten, wurden beide erwischt, verhaftet und getötet.

 

Richard Benguigui

Benguigui

Richard ist am 31 März 1937 in Oran, Algerien, geboren. Als er geboren wurde, war Algerien noch ein Teil von Frankreich, wo 12.000 Juden lebten. Vor dem Krieg zog die Familie nach Marseille in Frankreich, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. 1940 als Richard 3 Jahre alt war, überfiel Deutschland Frankreich und Richard fiel in die Hände der Nazis. Am 31 Juli 1943 wurde Richards Mutter nach Auschwitz transportiert, wo sie für medizinische Experimente missbraucht wurde. Im April 1944 wurde Richard mit seinen Brüdern nach Auschwitz gebracht. Einen Monat später starben sie in der Gaskammer.

 

Ulrich Wolfgang Arnheim

Arnheim

Ulrich ist am 2. November 1927 in Berlin geboren. Er war das einzige Kind der Eltern. Der Vater war ein erfolgreicher Anwalt. Durch die Nazis verlor der Vater seinen Job. Nach der Progromnacht versuchte die Familie aus Deutschland zu fliehen, wobei sie nach mehreren Versuchen geschnappt wurden. Die Familie wurde nach Auschwitz geschickt und im September 1942 umgebracht.

 

Greti Skala

Skala

Greti wurde am 10. August 1925 in Secovce, Tschechoslowakei, geboren. Ihr Vater hatte einen eigenen Haushaltswarenladen, der von den Nazis konfisziert wurde. Er besorgte sich ein falsches Zertifikat und gab sich eine neue Identität. Dann reisten sie nach Ungarn. Unglücklicherweise wurden sie als Juden erkannt und in ein KZ nach Ravensbrück in Deutschland geschickt. Im Mai 1945 wurden sie aus dem KZ befreit. Sie starb drei Tage nach der Entlassung im Alter von neun Jahren. Greti war eine von 1,5 Millionen jüdischen Kindern, die in der Nazi Zeit getötet wurden.

 

Agnes Ringwald

Ringwald

Agnes ist am 17. November 1935 in Pestenzenterzebet  nahe Budapest in Ungarn geboren. Die Namen der Eltern waren Ilona und Eugen Ringwald. Es sind keine Geschwister bekannt. In Ihrer Stadt lebten 4522 Juden. Agnes lebte ein normales Leben, bis 1944 die Deutschen Ungarn attackierten. Alle Juden, die in ihrer Stadt verblieben, wurden nach Auschwitz gebracht. Mit acht Jahren wurde Agnes in der Gaskammer getötet.

 

Abraham Beem

Beem

Abraham wurde am 13. Juni 1934 in Leuwarden in Nord-Holland geboren. Seine Eltern hießen Hartog und Rosette. Eva, seine Schwester, war gerade acht Jahre alt geworden, als die Nazis in ihrer Heimat Leuwarden in Nord-Holland einmarschierten. Ihr Vater Hartog war Lehrer. Eva und ihr Bruder wurden als Kinder von ihren Eltern zu einer christlichen Familie geschickt. Diese Familie lebte in Ermelo. Eva änderte ihr Leben und ihre Identität. Ihr Deckname war Linnie de Witt. Sie und ihr Bruder wurden 1944 entdeckt und nach Auschwitz gebracht. Eva war 11 Jahre alt, als sie starb. Abraham ereilte dasselbe Schicksal wie seine Schwester. Er starb im Alter von neun Jahren in Auschwitz.

 

Renya Sieger

sieger

Renyas Eltern hießen Josef und Mala Sieger. Geboren wurde Renya in Krakau, Polen, zwischen den beiden Weltkriegen. Als 1939 die Stadt übernommen wurde, wurden Ghettos errichtet, in denen die Juden leben mussten. 1943 wurden die gesunden Überlebenden nach Auschwitz deportiert. Renya und ihre Familie verschwanden spurlos, sie gehörten zu den Opfern, deren Namen in Auschwitz nicht erfasst wurden.

 

Natan Abbe

abbe

Geboren 1924 in Lodz. Sein Vater, Israel Abbe, besaß ein Geschäft, in dem er Hüte, Handschuhe und andere Waren verkaufte. Natan hatte zwei Schwestern und einen jüngeren Bruder. Er war gerade fünfzehn Jahre alt, als die Nazis im September 1939 seine Heimatstadt Lodz besetzten. Umgehend entstanden neue judenfeindliche Einschränkungen, unter anderem eine Ausgangssperre, Verbot des Betens und sie mussten den gelben Judenstern tragen. Die Mehrheit der jüdischen Institutionen wurden geschlossen und Juden durften ihren Beruf nicht mehr frei auswählen. Am 8. Februar 1940 wurden die Juden dazu gezwungen, in ein Ghetto zu ziehen. In diesem Ghetto waren die Lebensbedingungen sehr schlecht. Die Deutschen schikanierten die im Ghetto lebenden Juden. Natan war erst sechzehn Jahre alt, als ein Nazi Soldat ihn 1940 erschoss. Er war eines von 1,5 Millionen jüdischen Kindern, das von den Nazis und deren Anhängern im Holocaust getötet wurden.

 

Baroukh-Raoul Bentitou

bentitou

Baroukh wurde am 27.05.1934 in Paliko, Algerien, geboren. Baroukh hatte neben seiner Mutter und seinem Vater acht Geschwister. Seine Familie zog während des Krieges von Algerien nach Marseilles, Frankreich. Im Mai 1940 übernahmen die Nazis Marseilles. Am 23.01.1943 wurden sein Vater und seine Brüder verhaftet und nach Sobibor deportiert. Dort starben sie in den Gaskammern. Baroukh wurde in ein Kinderheim nach Izieu verlegt. Von dort wurde er im April 1944 nach Auschwitz gebracht. Hier starb er kurz nach seinem 13. Geburtstag in einer Gaskammer.

 

Emmanuel Alper

alper

Geboren am 1927 in Pinsk, Polen. Seine Eltern hießen Both David und Shoshana. Sie waren bekannte Lehrer. Emmanuel hatte eine Schwester namens Avia. Die Juden in Pinsk waren noch nicht über das brutale Vorgehen der Nazis informiert. Dadurch fühlten sie sich sicher und nicht bedroht. Am 30. April 1942 wurden Emmanuel und weitere jüdische Personen von den Nazis dazu gezwungen, in ein Ghetto zu ziehen. Das Ghetto war überfüllt und es gab kein Essen und keine sanitären Anlagen. Emmanuel wurde mit fünfzehn Jahren im Ghetto umgebracht. Er war eines von 1,5 Millionen jüdischen Kindern, das von den Deutschen und deren Mitgliedern im Holocaust getötet wurden.

 

Mario Sonnino

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Er war der Sohn von Settimio und Ida Sonnino. Er wurde am 31. Mai 1941 in Rom, Italien, geboren. Ab dem November 1938 sorgte der Führer von Italien dafür, dass die Juden in Italien immer mehr ausgegrenzt und antijüdische Gesetze erlassen wurden. Im August 1943 besetzten die Nazis Rom.  Mario war zu dem Zeitpunkt erst zwei Jahre alt. Mario hatte noch Geschwister. Seine Eltern, sein älterer Bruder Santo, seine drei Jahre alte Schwester und er wurden am 16. Oktober 1943 von den Nazis überfallen. Sie und weitere tausend Juden wurden innerhalb von fünf Tagen ohne Nahrung oder sanitären Anlagen nach Auschwitz ins Vernichtungslager transportiert. Der erst zwei Jahre alte Mario wurde sofort getötet. Mario war eines von 1,5 Millionen jüdischen Kindern, das von den Nazis und deren Mitgliedern getötet wurden.

 

Liane Krochmal

krochmal

Sie war die Tochter von Jacob und Amalie Krochmal. Sie wurde am 25.07.1937 in Wien, Österreich, geboren. Familie Krochmal floh nach Frankeich und hoffte darauf, eine Genehmigung zu bekommen, nach Amerika zu fahren, da Liane einen Onkel in New York hatte. Allerdings verweigerte die USA die Aufnahme und Lianes Familie wurde von der französischen Polizei verhaftet und den Nazis ausgehändigt. Sie wurde mit 5 Jahren mit ihrer 7-jährigen Schwester Renate in ein Kinderheim in Izieu gebracht. Sie wurden dadurch von ihrer Familie getrennt. Am 06.04.1944 wurde das Kinderheim von den Nazis überfallen und die Kinder wurden nach Auschwitz gebracht. Liane war zu der Zeit sieben Jahre alt und starb in der Gaskammer.

 

Thomas Pfeffer

pfeffer

Thomas wurde am 22. November 1936 geboren. Er wuchs in den Niederlanden auf. Seine Eltern waren Heinz Pfeffer und Henriette De Leeuw, der Vater kam aus Deutschland und die Mutter aus den Niederlanden. Sie flohen aus Angst nach Holland, da Heinz‘ Onkel in einem KZ umgebracht wurde. Als Thomas sechs Jahre alt war wurde er gemeinsam mit seiner Familie ins Lager  Westerborg  gebracht, wo er sieben Jahre alt wurde. Sie wurden am 18. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert. Vergast wurde er am 11. Juli 1944 im Alter von sieben Jahren.

 

Hannah Hajek

hajek

Hannah wurde im Jahre 1939 in Prag in der Tschechoslowakei geboren. Ihre Eltern waren Bedricu und Margit, sie zogen 1935 aus Österreich nach Prag. Ihr Vater emigrierte nach England und versuchte die Familie nachzuholen. Das gelang aber nicht. 1943 wurden Hannah, ihre Mutter und Oma nach Theresienstadt deportiert. Mit viereinhalb Jahren wurde sie in Auschwitz vergast.

 

Thomas Kulka

kulka

Thomas wurde am 25.05.1934 in Olomouc, Tschechoslowakei, geboren. Der Vater von Thomas hieß Robert Kulka. Die Mutter von Thomas hieß Elsa Skutezua. Sein Vater war Geschäftsmann. Einige Wochen vor seinem fünften Lebensjahr nahmen die Nazis Böhmen und Mähren ein, wo die Familie inzwischen wohnte. Am 02.01.1940 wurde Thomas mit seinen Eltern und seiner Oma aus dem Haus vertrieben, weil die Nazis es besetzt haben. Ein Jahr später wurden Thomas‘ Eltern dazu gezwungen, die Firma an einen Deutschen zum Niedrigpreis zu verkaufen. Thomas wurde am 31.03.1942 nach Theresienstadt deportiert. Von dort wurde er am 09.05.1942 nach Sobibor in das Vernichtungslager geschickt und im Alter von sieben Jahren vergast.

 

Toska Feuchtbaum

Feuchtbaum

Toska wurde am 08. April 1935 in Wien, Österreich, geboren. Ihr Vater Adolf war ein Fotograf. 1938 wurde sie von ihrem Vater getrennt, da er als jüdischer Anhänger einer Untergrundgruppierung verhaftet wurde. Ihr Vater wurde in das KZ Dachau deportiert. Er verschwand nach seiner Entlassung erneut im Untergrund. Toska und ihre Mutter hatten kein Geld um sich abzusetzen. Sie wurden am 14 Mai 1944 in das Vernichtungslager Belzec deportiert und ermordet.  Tosca wurde nur neun Jahre alt.

 

Henoch Kornfeld

kornfeld

Henoch ist im Jahre 1938 in Kolbuszowa, Polen, geboren. Henochs jüdische Eltern haben im Jahre 1937 geheiratet. Sein Vater, Moishe Kornfeld und seine Mutter, Libla Saleschutz, hatten sich in Kolbuszowa eingelebt. Dort kaufte Liblas Vater ein Haus und eröffnete mit seinem Schwiegersohn einen Textilgroßhandel. Ungefähr an Henochs erstem Geburtstag marschierten die deutschen Soldaten in Polen ein und erreichten bald Kolbuszowa. Nach kurzem Kampf übernahmen die Deutschen die Macht. Henoch und seine Familie sind am 25. Juni 1942 nach Rzeswo deportiert und dann am 7. Juli nach Belzec verlegt worden. Sie wurden dort vergast. Henoch war drei Jahre alt. Henoch war eins von 1,5 Millionen ermordeter jüdischer Kindern.

 

Jaqueline Morganstern

morganstern

Jaqueline wurde 1932 in Czernowitz, Rumänien, geboren. Ihre Eltern hießen Suzanne und Karl. Die Familie flüchtete von Czernowitz nach Paris. Ihre Eltern hatten dort ein Geschäft. Als die Nazis Paris übernahmen, war Jaqueline acht Jahre alt. Die Familie floh erneut, dieses Mal nach Marseilles. Am 20. Juni 1944 wurde die Familie verhaftet und nach Auschwitz gebracht. Im Lager starb ihre Mutter an Unterernährung, da sie ihr Essen ihrer Tochter überließ. Jaqueline wurde nach Neuengamme verlegt. Dort wurde sie für medizinische Experimente in der Tuberkuloseforschung missbraucht. Am 20. April 1945 wurde sie nur drei Tage vor der Befreiung durch die Briten mit einer Morphiumspritze getötet.

 

Naomi Posinova

posinova

Naomi Posinova ist am 04.01.1932 in Prag, Tschechoslowakei, geboren. Naomis Vater arbeitete in einer Hutfabrik und ihre Mutter in einem Kinderheim. Nach der Besetzung von Prag durch die Deutschen im März 1939, lebte sie dort bis August 1942 der Willkür der Nazis ausgesetzt. Dann wurden Naomi und ihre Eltern in das Ghetto Theresienstadt verlegt. Die Kinder, welche über zehn Jahre alt waren, mussten Arbeit verrichten. Naomi war dennoch in der Lage sich zu bilden. Ende 1944 wurden Naomi und ihre Eltern nach Auschwitz deportiert. Direkt nach der Ankunft wurden Naomi und ihre Mutter in der Gaskammer getötet. Naomi war zu dem Zeitpunkt zwölf Jahre alt.

 

Victor Rona

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Victor ist am 26.12.1928 geboren. Er lebte in Satu-Mare, Rumänien. Die Familie lebte wohlhabend, bis sie von Ungarn annektiert wurden. Victor wurde mit seinem Vater Alexander Samuel, seiner Mutter Magdalena und seinem Bruder Erwin nach Auschwitz geschickt. Er überlebte die Konzentrationslager, starb jedoch fünf Tage später, im Alter von sechzehn Jahren an einer Infektion.

 

Charlotte Jaffe

jaffe

ist 1928 in Ersvilkas in Litauen geboren. Sie lebte dort mit ihren Eltern Harry und Marsha, sowie ihrem jüngeren Bruder und ihrer Schwester, die noch ein Baby waren. Ihr Vater war Landwirt und ihre Mutter kümmerte sich in der Zeit um die Kinder. Im Dorf lebten viele Juden zufrieden und glücklich, bis die Deutschen im Juni 1941 in Litauen eindrangen. Zu dem Zeitpunkt war Charlotte dreizehn Jahre alt und ging zur Schule. Die Juden wurden an den Stadtrand verbannt, wo sie jegliche Wertgegenstände, Kleidung und Schmuck abgegeben mussten. Sie wurden dazu gezwungen, Gräber zu schaufeln. Charlotte, ihre Familie und weitere Juden wurden brutal ermordet. Charlotte war kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag als sie umgebracht wurde.

 

Georg Cohen

cohen

Georg war der Sohn von Fritz und Alice Cohen Oppenheimer. Er wurde in Deutschland geboren. Als Hitler 1933 an die Macht kam, erkannte seine Familie, dass ihr Status in Deutschland niemals derselbe sein würde. Sobald die Nürnberger Gesetze im Jahr 1935 verabschiedet wurden, nahm seine Familie den siebenjährigen Georg und zog nach Holland, er besuchte dort die Schule und seine Eltern bekamen dort eine Arbeit. Im Jahr 1942 wurde die Familie zusammen mit weiteren 38500 Juden nach Polen transportiert. Nach einiger Zeit im Ghetto wurden sie nach Prag in die Tschechoslowakei und dann nach Theresienstadt verlegt. Georg erkrankte an Typhus. Er starb im Alter von dreizehn Jahren. Georg war eines von 1.5 Millionen jüdischen Kindern, das im Holocaust von den Nazis ermordet worden.

 

Zigmond Adler

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Zigmond Adler wurde am 18. Juni 1936 in Lüttich, Belgien, geboren. Seine Eltern waren tschechoslowakische Juden, die nach Belgien einwanderten. Ein Jahr nach seiner Geburt starb seine Mutter. Sein Vater heiratete neu und wurde zur Zwangsarbeit deportiert. Durch gefälschte Papiere wurde seine Zugehörigkeit zum Judentum versteckt. Nach zwei Jahren spürte die Gestapo ihn allerdings auf. Nachdem sie zunächst im KZ in Mechelen waren, wurden sie schließlich nach Auschwitz gebracht. Im Alter von sieben Jahren wurde er am 21. Mai 1944 vergast.

 

Sara Lev

Sara Lev kam aus Rumänien und wurde 1935 in Farkash geboren. Ihre Eltern hießen Idanee und Matias. Als kleines Mädchen lebte sie in Barlea. Sara starb 1944 in Auschwitz. Ihre Schwester überlebte den Krieg und berichtete danach von den Gefühlen, als sie ihre Familie verlor.

 

Lia Borak

Lia und ihre Zwillingsschwester Mia wurden 1928 in Lvov (Lemberg), Polen geboren. Sie sind die Töchter von Evelina Wender und Adolf Borak. Der Vater war Landbesitzer und verlor vor dem Krieg viel von seinem Geld. Trotzdem lebte die Familie recht wohlhabend in einer Villa in einem guten Bezirk der Stadt. Obwohl Lia und Mia Zwillinge waren, sahen sie sehr unterschiedlich aus. Die Nazis nahmen Lemberg am 30. Juni 1941 ein. Viele Juden wurden innerhalb weniger Tage getötet, andere wurden mit Judensternen gekennzeichnet und in ein Ghetto geschickt. Diese waren überfüllt und hatten schlechte Lebensbedingungen. Es ist wahrscheinlich, dass Lia und Mia Teil von Mengeles Zwillingsprojekt waren und Experimenten ausgesetzt wurden. Sie sind zwei der 1,5 Millionen getöteten jüdischen Kinder.

 

Efraim Curkow

Efraim wurde 1935 in Horodishtch in Polen geboren. Seine Eltern waren Zevulun und Tzipa Wakow. Er ging zur Schule. Im Jahre 1942 wurde er in seiner Heimat Horodishtch getötet, damals war er gerade sieben Jahre alt.

 

Estera Goldklang

Estera wurde 1936 in Zarowka, Polen, geboren. Ihre Eltern waren Jacob und Ryfka Goldklang. Estera hatte sowohl eine Schwester als auch einen Bruder. Ihr Bruder überlebte den Krieg als einziger ihrer Familie. Getötet wurde Estera in ihrer Heimat Zarowka im Jahr 1942. Damals war sie sechs Jahre alt. Bevor sie gefangen genommen wurde war sie ein sehr fröhliches Mädchen und genoss die Schule.

 

Mordekhai Levy

Mordekhai ist 1935 in Jasov, Tschechoslowakei geboren und lebte später in dem Ort Kosice. Mordekhai wurde in Auschwitz ermordet. Sein Vater hieß Eliahu und seine Mutter Shifar. Mordekhai ist 1944 gestorben.

 

Renate Engers

Renate war die Tochter von George und Lili Engers. Sie wurde 1933 in Hamburg geboren. Ihr Vater war Kontor einer jüdischen Gemeinde in Hamburg. Weil ihr Vater Einfluss in der Gemeinde hatte, hatte er mehr Informationen als andere. Er fand heraus, dass das Leben der Juden bedroht war. Er wollte seine Kinder schützen und versuchte Renate mit Hilfe seiner englischen Kontakte zu retten, stellte dann aber fest, dass er nicht genug Geld hatte, um seine Tochter vor der Verfolgung zu bewahren. Renate war gefangen in Deutschland. 1941 wurde die ganze Familie in ein Ghetto nach Riga geschickt. Das Ghetto war bekannt für Hunger, Krankheiten und mangelnde Hygiene. Die Familie verschwand entweder im Ghetto oder wurde in ein Arbeitslager verschickt, wo sie bis zum Tod arbeiten mussten.

 

Lenka Nadoina

Lenka wurde in Lodz, Polen geboren. Ihre Eltern hießen Hershel und Anna. Der Vater war Schneider, die Mutter Hausfrau. Im September 1931 wurde sie in das Ghetto in Lodz verlegt. Ihre Todesursache ist unbekannt. Es gibt keine genauen Daten über sie.

 

Auf unserer Homepage finden Sie weitere Projekte der Gedenkstättenarbeit an der Martin-Luther-King-Schule.