Beratung

Auftrag der Beratung

Schule hat den gesellschaftlichen Auftrag, jedem Lernenden in seiner individuellen Lebenssituation zu optimaler Erziehung und Bildung zu verhelfen. Dieses Ziel unterstützt die Beratung in der Martin-Luther-King-Schule.

Die Beratung in der Schule soll insbesondere auch Schulabbrüche, Klassenwiederholungen, Fehlentscheidungen in der Schullaufbahnwahl, deviantes Verhalten und Abhängigkeiten von Kindern und Jugendlichen vermeiden helfen.

Auch in schwierigen Situationen und trotz offensichtlicher Belastungen durch veränderte Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen kann durch eine enge Zusammenarbeit von Lehrer*innenn, Beratungsteams, Mitgliedern der Schulleitung, außerschulischen Erziehungsinstitutionen und den Erziehungsberechtigten oft erfolgreich geholfen werden.

Schüler beraten sich (Klassenrat, Schülerrat, Streitschlichter)

Auch Schüler*innen beraten sich miteinander über ihre gemeinsame Lernsituation. Dieses soll von den Lehrer*innen unterstützt und entwickelt werden.

Das wesentliche Mittel dazu ist der Klassenrat, in dem die Lerngruppen lernen, die gemeinsame Arbeit zu reflektieren und zunehmend selbstständig Probleme im Zusammenleben zu lösen (siehe auch Klassenrat Seite 28).

Daneben beraten sich die Schüler*innen auch im Schülerrat, der von den SV-Lehrer*innen und SV-Lehrern sowie vom KBC-Projekt unterstützt wird.

Bei Konflikten untereinander sollen sich die Schüler*innen von den Streitschlichtern beraten lassen. Diese werden im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft ausgebildet und handeln dann weitgehend selbstständig. Ihr besonderes Engagement wird von allen Lehrkräften der Schule unterstützt; die Ausbildung sowie auch das besondere Engagement wird auf dem Zeugnis vermerkt.

Im Rahmen der Selbstorganisation der Schüler*innen werden grundlegende Verhaltensweisen der Demokratie eingeübt und selbst erfahren. Die Schule fördert dieses mit besonderer Aufmerksamkeit.

Lehrer*innen als Fundament der Beratung 

Alle Lehrer*innen sind ständig im regelmäßigen Kontakt mit ihren Klassen und verschiedenen Lerngruppen. Hierbei entstehen die meisten alltäglichen Beratungsanlässe. Sie beziehen sich auf das Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten und dienen dazu, die sozialen, personalen und fachlichen Kompetenzen der Schüler*innen zu entwickeln.

Besondere Bedeutung erhalten in diesem Zusammenhang die Klassenleitungen, die die sozialen Prozesse und individuellen Entwicklungen in den Klassen beobachten und gezielt intervenieren können. Persönliche Beziehungen und Bindungen müssen gerade in einem unübersichtlichen und komplexen schulischen System besonders gepflegt werden. Die Lehrer*innen helfen, unterstützen, schlichten, trösten, vermitteln, zeigen Verständnis, informieren, beurteilen, erziehen und unterrichten – all’ dies ist Teil ihrer Beratungstätigkeit im Alltag. Die Klassenlehrer*innen und Klassenlehrer sind verantwortlich für die pädagogische Arbeit in ihrer Klasse. Sie werden dabei von den übrigen Fachlehrern unterstützt.

In den regelmäßigen Teamsitzungen der Jahrgänge werden Grundsätze und Vorgehensweisen fortlaufend beraten.

Verpflichtend für alle Schüler*innen ist das lückenlose Führen eines Logbuches, in dem Klassen- und Fachlehrer Mitteilungen an die Eltern eintragen (Lob und Tadel, unangemessenes Verhalten, Termine usw.).

Die Jahrgangsteams dienen insbesondere auch dazu, die erzieherische Kooperation der Kolleginnen und Kollegen zu ermöglichen und sich auch gegenseitig in schwierigen Situationen zu beraten.  

 

Lernberatung als gemeinsamer dialogischer Reflexionsprozess

Lernberatung unterstützt Lehrende und Lernende. Sie ist ein professionelles Beratungsangebot und macht Lernende lernkompetent, bestärkt Lernende in ihrer Selbstverantwortlichkeit und fördert die Leistungsbereitschaft der Lernenden. Strukturierte Feedbackgespräche sind hierbei maßgeblich für die Lernwirksamkeiten (vgl. Souvignier 2017).

Zur Arbeit in Lernzeiten gehören nicht nur die eigene Organisation des Lernens, sondern auch die Reflexion des Lernerfolgs sowie der kontinuierliche Aufbau von Lernstrategien. An der Martin-Luther-King-Schule finden darüber hinaus regelmäßig Lernberatungstage statt. Hierbei beraten Lehrer*innen systematisch Eltern und Schüler*innen.

Beratungslehrer*innen

An der Martin-Luther-King-Schule gibt es speziell ausgebildete Beratungslehrkräfte. Diese beraten in vielfältigen schulischen Situationen und vermitteln bei Bedarf professionelle Hilfe von außen. Sie haben eine zentrale Vermittlungsrolle in der Schule und werden unterstützt durch unsere Schulsozialarbeiterinnen und dem schulpsychologischen Dienst. Die Beratungskräfte arbeiten kontinuierlich in den schulischen Teams für Beratung, Gewaltprävention (Streitschlichtung, Time-Out-Room) und Krisenintervention mit. Sie ergänzen und intensivieren die Beratungstätigkeit der Lehrer*innen.

Bei bedeutsamen Schullaufbahnentscheidungen informieren und beraten Beratungslehrer*innen und Beratungslehrer über Bildungsangebote, Bildungswege und über mögliche Schulabschlüsse. Informationsschriften und Informationsveranstaltungen gestalten sie mit.

In einzelnen Fällen stellen sie Kontakte zu externen Beratungs- und Therapiemöglichkeiten her (Erziehungsberatung, Drogenberatung, Berufsberatung, soziale Dienste der Stadt). 

 

Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit ist ein professionelles sozialpädagogisches Angebot in der Schule. Grundlage unserer Schulsozialarbeit ist eine verbindlich vereinbarte partnerschaftliche Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Sie fördern gemeinsam mit den Lehrkräften in der Schule die individuelle und soziale Entwicklung von Jugendlichen, indem sie in der Schule Angebote machen, die über die schulische Arbeit hinausgehen:

Einzelfallhilfe: Individuelle Beratung von Schüler*innen mit unterschiedlichen  persönlichen Schwierigkeiten oder Problemen.

  • Zur Organisation: Termine werden in der 2. Pause vergeben. Die Schüler*innen erhalten einen Entschuldigungszettel für die entsprechende Unterrichtsstunde. Wenn die Schüler*innen kurzfristig und kurzfristig, ohne Anmeldung einen Termin wahrgenommen haben, bekommen sie einen Rücklaufzettel, auf dem die genaue Uhrzeit vermerkt ist, zu der sie das Sozialpädagoginnen-Büro verlassen haben.
  • Die Sozialpädagog*innen unterliegen der Schweigepflicht. Erst wenn die Schüler*innen erlauben, mit KL, Eltern etc. zu sprechen, dürfen Infos weitergegeben werden. Um ein Helfersystem zu installieren, ist dies allerdings meist wichtig.
  • Gespräche mit EZBs, Jugendamt, Beratungsstellen etc.
  • Bei Bedarf: die Sozialpädagog/innen nehmen an Ordnungsmaßnahmen teil, dann aber jeweils in beratender Funktion für die Schüler*innen
  • Entlastungsgespräche mit Lehrkräften
  • Konfliktberatung. Einzel- sowie Kleingruppengespräche bei Konflikten
  • Mobbingintervention (nach dem “No blame approach”- Ansatz)
  • Unterstützung der Lehrkräfte bei Elterngesprächen

 

 

 

Präventions- / Gruppenarbeit: zeitlich befristete Hilfen bzw. Angebote für einen festen Personenkreis zu einem bestimmten Thema

  • Konzeptionelle Mitgestaltung und Mitarbeit der neuen MLKS, insbesondere der Entwicklung und Implementierung des Sozialen Lernens in den Schulalltag bzw. in den Unterricht.
  • Projekttage zu bestimmten Themen (z.B. Fachleute zum Thema Ritzen in die Klassen holen, etc.)
  • Soziale Gruppenarbeit zu bestimmten Themen (z.B. Sexualpädagogik, Medienkompetenztraining, etc.)
  • Koordinierung von theaterpädagogischen Projekten
  • Intervenierende Gruppenarbeit bei bestimmten Problematiken auch außerschulisch
  • Mitarbeit in Projektwochen (z.B. im Bereich Sexualpädagogik, etc.)
  • Kickboxtrainig
  • Streitschlichterausbildung
  • Medienscouts-Ausbildung
  • Berufsberatung in Kooperation mit der AWO & Arbeitsagentur

Mitwirkung/ Netzwerkarbeit: Mitarbeit in schulischen und außerschulischen Gremien 

  • Teilnahme an Konferenzen , Gremien und Arbeitsgruppen
  • Wöchentliche Beratungsteamsitzungen mit Abteilungsleiter und Beratungslehrer*innen
  • Wöchentliche Sitzungen mit Schulleitung
  • Teilnahme an Dienstbesprechungen der Sozialpädagog*innen
  • Kollegialer Austausch auf Stadt, -Kreis, sowie Bezirksebene
  • Teilnahme an Arbeitskreisen
  • ASD (Jugendamt/ Stadtteilbüros), Psychologischen Beratungsstelle, AWO, DROB etc.
  • Teilnahme an regelmäßigen Arbeitskreisen (Elternarbeit/ Jugendhilfe-Schule)
  • Mitglied in der Steuerungsgruppe für das Gewaltpräventionskonzept der Stadt Marl für weiterführenden Schule
  • Netzwerkarbeit Schulbegleitung (Integrationshelfer)
  • Suchtpräventionsbeauftragte
  • Förderkreismanagement

Freizeitangebote / Ganztag: Mitarbeit bei der Gestaltung und Organisation des Freizeitbereiches sowie des Ganztags (AGs); Kickboxtraining; Betreuung und Gestaltung von Projekten und Schulveranstaltungen.

Fortbildungen zu bestimmten Themen, die für die Arbeit im Schulalltag wichtig sind (Schulverweigerung, Deeskalationstraining etc.)