Rituale und Regeln sind für die Schulkultur und damit für das gemeinsame Leben und Lernen ein stützender Rahmen. Sie geben Sicherheit sowie Halt und im besten Fall unterstützen sie erfolgreiches Lernen. Regeln und Rituale einzuführen ist Bestandteil einer modernen Werteerziehung. Denn in ihnen spiegelt sich der Wertekonsens einer Schulgemeinschaft wider und prägt auf diese Weise auch entscheidend die Schulkultur.

An der MLKS haben wir uns in allen Jahrgangsstufenteams auf einen Kanon von verbindlichen Regeln und Ritualen geeinigt. Es versteht sich von selbst, dass darüber hinaus auch weitere Regeln (Schulordnung, Schulgesetz…) Gültigkeit haben und/ oder weitere Klassenregeln und ggf. auch Rituale eingeführt werden sollten. Um die Wirksamkeit zu gewährleisten, sollten in jedem Fall Absprachen getroffen, Transparenz geschaffen und eine konsequente Einhaltung sichergestellt werden.

Neben den abgesprochenen allgemeinen Regeln, haben die Jahrgangsstufen-Teams ihre Regeln am schwarzen Brett im Lehrerzimmer visualisiert.

Rituale für den Unterrichtsbeginn

Handzeichen/ Ruhezeichen (Klangschale)

Der/die Lehrer*in hebt die Hand als Ruhezeichen/ Klangschale. Konsequent und geduldig warten bis wirklich alle Schüler*innen ruhig sind.

5-Finger-Regel

 cRM1

 

 

 

 

Rituale zur Strukturierung der Lernzeit

Helfersystem/ Lernberatung

Fragen können mit Hilfe einer Klammer angemeldet werden. Die Lehrperson hilft gezielt bei individuellen Schwierigkeiten und berät die Schüler*innen.

1.    Phase: Orientierung

2.    Stillarbeit

3.    Lernberatung

4.    Aufräumen / 3-Minuten-Regel

Rituale zur Unterstützung des Lernens

Sternstunden (s. Sternstunden)

In den Sternstunden wird die Aufmerksamkeit auf positives Verhalten und die Klassengemeinschaft gerichtet.

gelbe Karte/ rote Karte:

Bei einmaliger Unterrichtsstörung wird der Name des/der Schülers/in an der Tafel notiert (gelbe Karte). Bei nochmaliger Störung erhält der/die Schüler*in die „rote Karte“ und geht in den TOR-Raum (s. TOR-Raum).

TOR-Raum

•         Kinder, die gegen bestehende Regeln verstoßen und sich dadurch selbst entscheiden, den Unterricht zu verlassen

•         unkonzentrierte Kinder, Kinder, die nicht mehr in der Lage sind am Unterrichtsgeschehen aktiv mitzuarbeiten

•         ESE-Kinder und/oder Kinder, die unbedingt eine Auszeit benötigen, sprich „runterkommen“ müssen

Silentium am Dienstagnachmittag von 13:30 Uhr – 14:15 Uhr:

Hier müssen Schüler*innen Unterrichtsstoff nachholen, den sie durch eigenes Verschulden (Verspätung zum Unterricht) versäumt haben. Die Erziehungs-berechtigten müssen vorher informiert werden.

 

Rituale zur Unterstützung der Klassenorganisation/ Beziehungen stärken

Klassendienste visualisieren

Logbuch nutzen

Klassenrat

Sternstunden

Schüler*innen wollen guten Unterricht, sie wollen viel lernen und gute Noten schreiben. Auch wollen Sie in Ruhe arbeiten können und legen hohen Wert auf die Einhaltung von Regeln und Ritualen. Sie wünschen sich darüber hinaus eine gute Atmosphäre und eine funktionierende Klassengemeinschaft. Aber all’ dies ist nur möglich, wenn sich alle an Regeln halten. In der Realität gelingt es aber nicht allen Schüler*innen gleichermaßen, diese Wünsche mit ihrem Verhalten in Deckung zu bringen. Einigen fällt es deutlich schwerer sich zu konzentrieren, sie lassen sich leicht ablenken, sind unruhig und halten sich nicht an Regeln und Absprachen

Ziele der Sternstunden

In den Sternstunden wird die Aufmerksamkeit auf positives Verhalten und die Klassengemeinschaft gerichtet:

  • In Sternstunden gibt es Gewinner und Belohnungen statt Störer und Bestrafungen.
  • In Sternstunden steht die Klassengemeinschaft im Vordergrund und nicht der Einzelne.
  • In Sternstunden wird motiviert statt sanktioniert.

Ziel dieses Belohnungssystems ist es, positives Verhalten und das Akzeptieren der Regeln durch die Schüler*innen zu belohnen und ihnen somit das Einhalten der Klassenregeln (und damit ggf. indirekt auch der individuellen Ziele) zu erleichtern. Gelingt es nicht, sich an die vereinbarten Regeln zu halten, so gibt es keine Bestrafung für die Klasse.

 

Einführung der Sternstunden

Im „Sternstunden“-Konzept geht es darum:

  • Gemeinsame Verantwortung für eine gute Lernatmosphäre und Klassenge-meinschaft zu übernehmen
  • Regeln als Voraussetzung für das Funktionieren von (Klassen-)Gemeinschaft zu erleben und zu akzeptieren
  • Gemeinsame Ziele als Klassengemeinschaft anzustreben und zu erreichen als Belohnung

Die Verknüpfung der Einhaltung von Regeln mit einer Belohnung (statt wie „gewohnt“ die Verknüpfung von „Nicht-Einhaltung“ mit „Bestrafung“) macht es sinnvoll und notwendig, die Sternstunden in Ruhe einzuführen und dabei (noch) einmal die Bedeutung und den Sinn von Regeln zu (er)klären. Die Einführung der Sternstunden ist ein Element des Sozialtrainings in den Klassen (siehe auch „Soziales Lernen“).

Was ist eine Sternstunde?

  • Stunden, die im Klassenverband stattfinden werden als potentiell mögliche Sternstunden definiert
  • Um als Klasse eine Sternstunde zu verdienen, müssen die Klassenregeln eingehalten werden: die Materialregel, die Benimm-Regeln und die Flüster-/ Ruheregel

Ablauf:

  • Jeder „Regelverstoß“ wird sichtbar an der Tafel durch das Notieren des Vornamens notiert (gelbe Karte/ rote Karte)
  • Bei mehr als drei Störungen ist die Unterrichtsstunde keine Sternstunde mehr, der Unterricht läuft danach „normal“ weiter
  • Jede Klasse kann und sollte gemeinsam mit dem Klassenlehrerteam festlegen wie viele Sterne für eine Belohnung notwendig sind

 

Mögliche Belohnungen:

  • „kleine“ Belohnungen für 15 Sterne ein einem bestimmten Zeitraum (z.B. bei gutem Wetter draußen arbeiten, 10 Minuten Freiarbeit am Stundenende)
  • „mittlere“ Belohnungen für z.B. 30 Sterne (z.B. eine gemeinsame Spielstunde (im Spieleraum), eine Filmstunde, auf dem Pausenhof spielen, …
  • „große“ Belohnungen für die man mehrfach 15 Sterne erreichen muss (z.B. Klassenfrühstück, Ausflüge (z.B. 3x15 Sterne für 1x Eis essen gehen etc.)