Demokratie lernen

Klassenrat

Der Klassenrat fördert demokratisches Miteinander und Partizipation in der Institution Schule. Er ist das demokratische Forum einer Klasse. In den wöchentlichen Sitzungen beraten, diskutieren und entscheiden die Schüler*innen über selbst gewählte Themen, über die Gestaltung und Organisation des Lernens und Zusammenlebens in der Klasse und der Schule, über aktuelle Probleme und Konflikte, über gemeinsame Planungen und Aktivitäten.

Was ist das Ziel des Klassenrats?

  • Gemeinschaft fördern: Im Klassenrat regeln die Schüler*innen ihr Zusammenleben und vertiefen die Klassengemeinschaft.
  • Kompetenzen bilden: Im Klassenrat trainieren die Schüler*innen ihre Kommunikations- und Sozialkompetenz.
  • Demokratie lernen: Die Schüler*innen lernen im Klassenrat, selbst Demokratie zu gestalten.

Die Rollen im Klassenrat

Alle Schüler*innen übernehmen im Klassenrat unterschiedliche Rollen, die essentiell für sein Gelingen sind: Sie leiten die Sitzung, formulieren eine Tagesordnung, protokollieren die Ergebnisse, achten auf die Zeit und die Einhaltung der Regeln und sind Diskussionsteilnehmer/innen. Die Übernahme einer Rolle ist eine Herausforderung, aber auch eine große Lernchance für die Schüler*innen. Rollenkarten unterstützen die Schüler*innen bei ihren Aufgaben mit Hinweisen und Anleitungen. Die Funktion und Aufgaben der einzelnen Rollen werden immer im Vorfeld erläutert und sukzessive eingeübt.

Die Lehrkraft im Klassenrat

Für Lehrer*innen bedeutet der Klassenrat eine Veränderung Ihrer alltäglichen Lehrer-rolle: Sie vermitteln nicht etwas Inhalte, sondern stehen den Kindern bei der Gestaltung dieses Lern- und Erfahrungsraums zur Seite. Die Schüler*innen erfahren, dass sie selber verantwortlich sind für demokratische Prozesse und dass sie durchaus innerhalb der Gemeinschaft Einfluss nehmen können.

Themen im Klassenrat

Der Klassenrat dient der Klasse als Forum für ihre Anliegen: Vorschläge, Ideen und Wünsche, Probleme, Konflikte und Lösungen sowie Lob und positive Erfahrungen stehen idealerweise in einem ausgeglichenen Verhältnis. Zu empfehlen ist eine Einschränkung, dass ein Thema mindestens drei Schüler betreffen muss – so rücken Zweierkonflikte nicht in den Vordergrund.

Selbst wenn manche Themen vielleicht banal erscheinen: Allein die Klasse entscheidet, was ihr wichtig ist. Jedes Anliegen der Schüler ist es wert, im Klassenrat besprochen zu werden – sonst würden sie es nicht einbringen. Werden einmal keine Themen für den Klassenrat eingereicht, sollte die Sitzung nicht ausfallen. Die Zeit wird statt dessen für Rückmelderunden oder Trainings zum Klassenrat genutzt.

Der Klassenrat beschäftigt sich in der Regel nicht mit anonymen Anfragen. Auch Themen, die gegen die Schulordnung oder die Klassenregeln verstoßen, sind im Klassenrat tabu. Allerdings kann in den Sitzungen natürlich selbstständig festgelegt werden, ob möglicherweise auch Einzelthemen besprochen werden, die ohne Unterschrift eingereicht wurden. Mit der Frage, inwieweit der Klassenrat befugt ist, Strafen zu verhängen, sollte sehr vorsichtig umgegangen werden. Wichtig ist in jedem Fall, verbindliche Kommunikationsregeln einzuführen, zu trainieren und auf deren Umsetzung zu achten. Auf dieser Basis lernen die Kinder, konstruktive Kritik zu üben.