Das Lernzeitenkonzept ist wie folgt aufgebaut:

An der MLKS wird in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch im Lernzeitenmodell gearbeitet. Mit dem Schuljahr 2019/20 wurde das Konzept erweitert um die mit Jahrgang 6 bzw. demnächst 7 einsetzende zweite Fremdsprache Spanisch.

Die Anzahl der Lernzeitstunden variiert über die Jahrgangsstufen, jedoch gibt es immer mindesten acht Lernzeitstunden. In der Jahrgangsstufe 10 gibt es in Mathematik und Deutsch drei Impulsstunden. Englisch und Mathematik werden in den Impulsstunden einschließlich bis Jahrgangsstufe 8 binnendifferenziert unterrichtet (s. „Mischmodell“) und ab der Jahrgangsstufe 9 und 10 äußerlich differenziert. Das Fach Deutsch wird bis Jahrgangsstufe 10 einschließlich binnendifferenziert unterrichtet.

In den Lernzeiten vertiefen die Kinder die erworbenen Kenntnisse, wiederholen sie und vernetzen und erweitern ihr Wissen. Wichtigstes Element des Lernzeiten-Unterrichtskonzeptes sind die Lern- und Arbeitspläne (LAPs), die die Schüler*innen in den drei Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Spanisch ca. im 6 Wochen-Rhythmus erhalten. Diesem Plan können die Schüler*innen zum einen entnehmen, was sie in der jeweiligen Lerneinheit lernen können. Zum anderen erhalten sie einen konkreten Arbeitsplan, in dem alle Aufgaben festgehalten sind, die sie im Laufe dieser Lerneinheit bearbeiten müssen. Die LAPs sind eng an die jeweiligen fachlichen Impulsstunden gekoppelt. Die Pläne sind in Ziele/Kompetenzen unterteilt und zu jedem Ziel/zu jeder Kompetenz gibt es verschiedene Lernaufgaben. Die Aufgaben sind dabei mindestens in drei Niveaustufen differenziert. Ein wichtiger Bestandteil ist die Selbstkontrolle der Aufgaben durch die Schüler*innen mit Hilfe von Lösungen. Sprachförderaufgaben sind integriert.  Für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es speziell auf die Kinder abgestimmte und entwickelte Lern- und Arbeitspläne, die sogenannten I-LAPs. Im Laufe des 5. Schuljahres qualifizieren sich die Schüler*innen zu „Partnerarbeitern“. Wenn sie nachweisbar in der Lage sind, die Regeln für die Partnerarbeit einzuhalten, erwerben sie ein Emblem im Logbuch, was sie berechtig sich in den Lernzeiten für Partnerarbeiten zu entscheiden. Ähnlich vollzieht sich der Prozess zum Erwerb der Gruppenarbeitsfähigkeit.

Impulsstunden und Lernzeiten

Die didaktische Leitidee der Aufgabenformate im Lernzeitenmodell (Impulsstunden und Lernzeiten) ist ein hoher Lebensweltbezug durch sinnstiftendes Lernen sowie verstehensorientiertes Lernen durch die kognitive Aktivierung von Vorstellungen und Wissen (vgl. Leuders, Hussmann, Barzel & Prediger 2011). Ebenso hat das eigenaktive Lernen mit Kopf, Herz und Hand einen hohen Stellenwert. Differenzierung und Vielfalt wird in Form von gestuften Schwierigkeiten, Parallelaufgaben, offenen Aufgaben oder Checklisten berücksichtigt. Zentrale Lerninhalte werden unter aktiver Beteiligung somit systematisiert und nachhaltig gesichert. Pro Hauptfach finden je Woche zwei Impulsstunden statt; in Jahrgang 10 werden in Mathematik und Deutsch je drei Impulsstunden gehalten. In diesen werden neue Inhalte vermittelt.

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Kernprozesse des Lernzeitenmodells.


DasMischmodell“ in Jahrgang 7 und 8

 

Die Schüler*innen werden in der Jahrgangsstufe 8 in den Fächern Mathematik und Englisch in den Impulsstunden binnendifferenziert im Klassenverband unterrichtet. Die Fachleistungsdifferenzierung wird durch eine zusätzliche Differenzierungslehrkraft in den Impulsstunden unterstützt. Somit werden die Schüler*innen nach wöchentlichen Absprachen gezielt binnendifferenziert unterrichtet. In einer im Stundenplan ver-ankerten Besprechungsstunde planen die unterrichtenden Fachkolleg*innen sowie die Differenzierungslehrkraft gemeinsam den Unterricht und die Differenzierungs-maßnahme. Das differenzierte Unterrichten kann durch die Parallelität des Unterrichts sowie durch den zusätzlichen Fachlehrer auf verschiedenen Ebenen erfolgen:

  1. Die Differenzierungslehrkraft kann in einer Klasse als zusätzliche Fachkraft unterstützen.
  2. Die Differenzierungslehrkraft fordert besonders leistungsstarke Schüler*innen aus den Parallelklassen des Jahrgangs in einem Differenzierungsraum.
  3. Die Differenzierungslehrkraft fördert besonders leistungsschwache Schüler*innen in einem Differenzierungsraum.
  4. In den Parallelklassen eines Jahrgangs werden z.B. differenzierte Übungsstationen angeboten, wodurch der Unterricht komplett geöffnet wird.

Lernzeiten in fachlichen Lernräumen in den Jahrgängen 9 und 10

Ab Jahrgangsstufe 9 findet die Lernzeit nicht mehr im Klassenverband statt, sondern in drei fachlichen Lernräumen für die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch. In jedem Fachraum berät der entsprechende Fachlehrer die Schüler*innen individuell. Die Schüler*innen haben insgesamt sechs Lernzeiten, die parallel mit einer bzw. zwei Klassen aus dem gleichen Jahrgang laufen, dazu noch zwei Klassenlernzeiten.


 

Das bedeutet:

  • Zwei bzw. drei Klassen haben zur gleichen Zeit eine Lernzeit im Stundenplan.
  • Für die Lernzeit gibt es drei Lernräume:
    • Mathematik
    • Englisch
    • Deutsch
  • Jede/r Schüler*in entscheidet sich zu Beginn der Lernzeit, in welchen Lernraum er/sie geht.
  • Für jedes Fach gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen!
  • Jeder Fachlehrer zeichnet die Anwesenheit, die Arbeit, das Verhalten der Schüler*innen im Logbuch ab.
  • Dann läuft die Lernzeit wie gehabt ab.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten gibt es zusätzlich Regeln, an die sich die Schüler*innen halten müssen.

  • Die Schüler*innen entscheiden sich für einen Fachraum für die gesamte Unterrichtsstunde.
  • Sie müssen ausreichend Aufgaben mitnehmen (mindestens für zwei Fächer).
  • Vergisst ein/e Schüler*in seine / ihre Materialien, so darf er / sie einen Vergesslichkeitszettel abschreiben.
  • Die Schüler*innen müssen an ihre Einträge in ihrem/seinem Logbuch denken.

Fachgebundene Kriterien für die Planung und Durchführung der Impulsstunden

allgemein:

  • Sinnstiftendes Lernen – Lebensweltbezug
  • Verstehensorientiertes Lernen – kognitive Aktivierung von Vorstellungen und Wissen
  • Eigenaktives Lernen – Lernen mit Kopf-Herz-Hand
    • hohe Schüleraktivität
  • Inhalte werden geöffnet - die Schüler*innen haben alle Mittel, um die Aufgaben des zugehörigen Ziels zu lösen
  • kooperative Methoden eignen sich besonders gut
  • klarer, transparenter Ablauf
  • Vertiefen ist größtenteils in die LZ ausgelagert

spezifisch für Englisch:

  • Hoher Sprachanteil bei den Schüler*innen (insbesondere miteinander reden)
  • Stärkung der Kompetenz „Hören“ und „Sprechen“
  • Konsequenz für die LZ: Schwerpunkt auf „Schreiben“ und „Lesen“
  • Struktur für die Planung der Unterrichtsstunden ist aus dem Lehrwerk zu verwenden
  • rechtzeitige Planung – ab welcher Stunde wird welches Ziel freigegeben, um reibungslose Abläufe zu garantieren und Langeweile/Überforderung zu vermeiden

spezifisch für Mathematik:

  • Gesprächsanlässe zur Aktivierung des Vorwissens
  • Austausch untereinander
  • Verschiedene Ansätze zum Umgang mit Aufgaben/Problemen wählen/erlernen, um die Heterogenität zu berücksichtigen
  • Struktur der MW verstehen
  • rechtzeitige Planung – ab welcher Stunde wird welches Ziel freigegeben, um reibungslose Abläufe zu garantieren und Langeweile/Überforderung zu vermeiden

spezifisch für Deutsch:

  • Bilder als Gesprächsanlässe
  • Mind Map / Cluster
  • Aktivierung von Vorwissen
  • Materialsammlung/Planung von Schreibprozessen
  • Präsentation eigener Produkte
  • Geschichten, Gedichte
  • Referate usw.
  • Einführung von Methoden
  • Hoher Sprachanteil bei den Schüler*innen (insbesondere miteinander reden)
  • Stärkung der Kompetenz „Hören“ und „Sprechen“
  • Konsequenz für die LZ: Schwerpunkt auf „Schreiben“ und „Lesen“
  • Austausch untereinander
  • Verschiedene Ansätze zum Umgang mit Aufgaben/Problemen wählen/erlernen, um die Heterogenität zu berücksichtigen
  • rechtzeitige Planung – ab welcher Stunde wird welches Ziel freigegeben, um reibungslose Abläufe zu garantieren und Langeweile/Überforderung zu vermeiden

Im Focus der momentanen Unterrichts- und Schulentwicklung steht die Weiterentwicklung und Evaluation des Lernzeitenkonzepts. Das Konzept ist bis einschließlich in den 10. Jahrgang hochgewachsen. Die Weiterführung des Konzepts in die Oberstufe wird momentan angedacht. Eine Erprobungsphase ist für das Schuljahr 2020/21 vorgesehen und bereits in der Schulkonferenz abgestimmt worden. Diese wird im laufenden Schuljahr 2019/ 20 vorbereitet.

 

Die Organisation der Lernzeit an der MLKS

Jede Lernzeit läuft nach einem gleichen Muster ab. Hierbei sind Ritualisierung und Rhythmisierung leitgebend. Die Lernumgebung ist klar vorbereitet und reichhaltig gestaltet, so dass die Lernenden ihren eigenen Lernplänen folgen, individuell arbeiten oder in Lernteams kooperieren. In dieser Zeit lernen die Schüler*innen selbstgesteuert und eigenverantwortlich und die Lehrperson kann sich somit auf die Lernbedürfnisse ihrer Schüler*innen beratend und unterstützend einlassen.

In den Lernzeiten in Mathematik, Deutsch und Englisch wird das Lernen selber geplant und individuell begleitet.

Die Lernzeit ist in vier Phasen geteilt.

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Lernberatung im Rahmen des Lernzeitenmodells

Zur Arbeit in Lernzeiten gehören nicht nur die eigene Organisation des Lernens, sondern auch die Reflexion des Lernerfolgs sowie der kontinuierliche Aufbau von Lernstrategien. Aktuell sind, je nach Jahrgangsstufe, zwei bis fünf Lernzeiten doppelt besetzt im so genannten Teamteaching. Davon werden zwei bis vier Lernzeiten von den jeweiligen Klassenlehrer*innen unterrichtet. Aktuell sind, je nach Jahrgangsstufe, zwei bis fünf Lernzeiten doppelt besetzt im so genannten Teamteaching. Davon werden zwei bis vier Lernzeiten von den jeweiligen Klassenlehrer*innen unterrichtet.

Fachliche und überfachliche Lernberatung

Die Lernprozesse im selbstgesteuerten und eigenverantwortlichen Lernen werden durch eine kontinuierliche fachliche und überfachliche Lernberatung begleitet.

Die fachliche Lernberatung und die damit verbundene Reflexion des eigenen Lernerfolgs finden in jeder Lernzeit durch die Fachlehrer*innen in der Lernzeit statt.

Darüber hinaus wird jede/r Schüler*in ca. alle vier Wochen durch ihre Klassenlehrer*innen in der Lernzeit-Lernberatung überfachlich beraten. Diese überfachliche Lernberatung ist immer durch beide Klassenlehrer*innen doppelt besetzt. Hierbei bespricht die Lehrperson mit der/dem zu beratenden Schüler*in, wie weit sie/er mit ihren/seinen jeweiligen Lernplänen gekommen ist, wo es evtl. zu Schwierigkeiten oder Unterforderungen gekommen ist bzw. was schon gut funktioniert. Grundlage für dieses Beratungsgespräch sind zum einen das von den Schüler*innen geführte Logbuch, ein Selbsteinschätzungsbogen sowie die Beobachtungen der Lehrenden in den Lernzeiten.

Mit Hilfe des Selbsteinschätzungsbogens bereiten sich die Schüler*innen auf die Lernberatung vor. Auch die Klassenlehrer*innen besprechen sich mit den Fachlehrern über Besonderheiten. Die fachliche Beratung erfolgt aber weiterhin durch die Fachlehrer in den Lernzeiten.

Damit klare, lernstrategische Ziele besprochen werden können, muss die Beratung einheitlich und strukturiert ablaufen. Am Ende der überfachlichen Lernberatung wird ein gemeinsam erarbeitetes Ziel formuliert und dokumentiert. Diese Zielformulierung gilt dann für die nächsten vier Wochen und kann bei Bedarf auf den Tisch geklebt werden.

Die Intention dieser Lernberatung ist die Verringerung der Arbeitsbelastung für Kolleg*innen bei gleichzeitiger Förderung der Schülerautonomie.

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Ziel der Lernberatung ist, dass die Schüler*innen

  • sich selbst helfen bzw. ihren Lernprozess im Blick haben.
  • bedürfnisorientiert Experten fragen.
  • Lernstrategien entwickeln.
  • ihre Lernprozesse gezielt reflektieren.